Auspuff reparieren

Notwendig:

Leider hat mein Auspuff schon von Anfang an gescheppert. Irgendwas war da wohl lose.
Egal - erst mal fahren - so ungefähr 580km - Ist doch egal wenns scheppert....

Aber dann wars doch mal genung und dank der Hilfe von Schraubermichel habe ich das
Problem beseitigen können.
Da das Gleiche (wahrscheinlich) doch dem Einen oder Anderen auch Treffen wird, hier
die Anleitung wie man den Auspuff repariert und gleichzeitig verbessert.

------------------------------------------------------------------------------------------

Also erst mal den Auspuff inklusive Flexrohr vom Motor abbauen. Die Hutmuttern sind
erstaunlicherweis nicht einmal sehr fest angezogen. Wahrscheinlich verklemmt sich der
(gerade) Krümmer bei Wärmeausdehnung so startk, das die Schrauben nur "Haltefunktion" habe.
Also ! Auch beim Montieren nicht zu fest anziehen.

Danach müssen erst mal die Schrauben am Auspuff-Ende dran glauben. Da diese Punktverschweißt sind,
ist es wichtig, daß man hier nicht versucht die Mutter "zu retten", sondern ordentlich die Mutter mit
wegflext. Das Video zeigt wie man es richtig macht

Danach kann man den Auspuff zerlegen, notfalls mit dem Gummi/plastikhammer nachhelfen.
Dabei fällt einem dann auch meist der "Rappel-Täter" in die Hände.
Die hintere Sperrscheibe des Schmutzfilters. Weil der ALU-Deckel sich nicht wirklich mit
einer Stahlscheibe permanent verbinden lässt wurde dieser nur (zu zaghaft) reingeklopft
und durch die unterschiedliche Wärmeausdehnung von Alu und Stahl lockert sich diese Verbindung.
Dazu noch Vibrationen - und schon klappert es im Auspuff. Dazu später mehr.

Erst mal:
Entgegen anders lautender Gerüchte, sind die orginal Gewindestangen tatsächlich im Deckel
verschraubt und dann per Splint gesichert.

Wenn man also vorher die Muttern (inkl.Schweißpunkt) nicht vernünftig wegflext,
kann es passieren, daß man mit roher Gewalt den Splint und das Gewinde beschädigt.
Auch nicht weiter schlimm, nur einfach lästig, weil man dann nur Mehrarbeit hat..

Splint entfernen, Kontermutter lösen und Gewindestange rausschrauben.

Dann mit der (Ständer) Bohrmaschine das 6.8mm Kernloch bohren - ganz durch

vorher - nachher

Praktischerweise wird die "E-Nummer" nicht zerstört.

Dann (von Hand - oder mutig mit Akku-Schrauber) die Gewinde geschnitten. - voll durch.

Jetzt noch schnell vor dem Zusammenbau das Übel des Rappelns beseitigen:

Schmutzfilter + Sperrring

So sollte das funtionieren, wenn man jetzt mit einem geeigneten Dorn + Hammer den Sperrring nach hintne/innen
schlägt. - Aber, wir wissen schon - das ist nicht von dauer. Also nach (gnadenloser) Schraubermichel -Manier
ein paar Schweißpunkte gesetzt.

JA, Alu und Stahl kann man so nicht schweißen ! - ABER - die Schweißpunkte verbinden sich mit der Stahlscheibe
und "fressen" sich ins Alu. Ergebnis: Endgültige "Verkeilung" - Eigentlich genial - Schraubermichel halt.

Jetzt noch die M8-Edelstahl Gewindestange mittig durchschneiden und
in die zuvor (neu) geschnittenen Gewinde einschrauben. Sicherheitshalber noch
Loctite (hochfest) verwenden. Dabei die Stangen hinten durchschrauben,
so daß die Edelstahl-Hutmuttern aufgeschraubt werden können.

Zuerst die Hutmuttern mittelfest anschrauben, dann die Gewindestange zurückschrauben und mit Hilfe
der Hutmuttern fest kontern. Dazu den überstehenden, später nicht mehr gebrauchten Teil
der Gewindestange im Schraubstock einspannen.

Dann Absägen der zulangen Gewindestange. DAbei darauf achten,
daß man noch genug "Länge" übrig lässt um zwei M8 Muttern
aufschrauben zu können.

Danach den Auspuffdeckel mit Flexschlauch wieder aufsetzen
und mit den M8-Kupfer-Muttern und Sicherungslack verspannen.
Den 2.Satz Muttern zum kontern nehmen und den Rest Gewindestange entweder
noch einkürzen oder mit Kupferpaste (Anti-Korrosion) bestreichen.

Warum KupferMuttern ?

Eine reine Sicherheitsmaßnahme. Wir verbauen hier mehrere Materialein von Stahl, vergütetem Stahl
Alu und - Kupfer.
Aller Materialien haben eine unterscheidliche Wärmedehnung und es könnte bei langen Autobahnfahrten
und entsprechenden Temperaturen zu Spannungen kommen, die den Topf zereissen.
Dank der Kupfermuttern hat man 2-erlei Vorteil:

1) größere Wärmedehnungsreserven (vor dem Zerreissen)
2) wenn es kracht - dann die relativ billigen Kupfermuttern

So, ich hoffe, die Anleitung hilft Euch weiter