"Windschutzsscheibe"

Man mag mich ja "Weichei" schimpfen, aber wenn man das ganze Jahr Buggy fährt, dann
kann der manchmal schneidenede Wind ganz ordentlich nerven.
Immer mit Gesichts-Vollschutz zu fahren macht aber auch keinen Spaß....
Leider hat der Gesetztgeber aber einer echten "Windschutzscheibe" echte Hürden in den Weg
gestellt (z.B. splitterfreies Glas, Scheibenwischer - um nur die Highlights zu nennen)

Was also tun ? ..Na das was man immer macht - die Lücken im Text suchen.... ;-))

Es gibt keine (mir bekannte) Vorschrift, die vorschreibt, wie ein Windabweiser auszusehen hat,
lediglich die Vorgabe, daß er nicht ins Sichtfeld ragen darf.
Na, das ist doch schon mal ein Lichtblick.
Denn jetzt kommt die Aerodynamik ins Spiel. Eigentlich braucht man für ~90% Wind- und 75%
Regen- Schutz keine Vollscheibe, es reicht ein genügend groß und richtig ausgelegter Windschutz,
der die Luftströmung entsprechend umlenkt.

Also ist meine "Windschutzscheibe" eigentlich nur ein transparenter Windschutz und der läßt sich beim
BCB eigenlich ganz einfach installieren - wenn man ihn denn erst mal angefertigt und alles vorbereitet hat.

Ihr braucht:

So sieht das ganze natürlich nicht aus !
Die Schutzfolie ist noch drauf, aber man kann hier sehen wo und wie die Scheibe eingepasst werden muß.
Bei mir läuft sie also VOR dem originalen Frontblech, aber hinter den Überrollbügeln.
Rechts und links steht die Scheibe ungefähr 1cm über die Rohre hinaus.
Das Abmessen und Einpassen muß natürlich individuell geschehen, so daß es hier keinen Sinn macht genauere Maßangaben zu machen.
Lediglich sollte die Oberkante der Scheibe deutlich unter der Höhenlinie des Kopfes leigen - um jegliche Einwände der "Freunde und Helfer" auszuschließen.

Nachdem man also die Scheibe eingepasst und mit Kantenschutz versehen hat, kann man die Scheibe mal vosichtig mit den Fingern in Richtung Überrollbügel hochziehen. Damit kann man ermitteln, wo der beste Punkt für die Zugstange sein muß.
Bei mir war das der Punkt der stärksten Krümmung.

Den Punkt markieren und das Maß auf den 2. Überrollbgel übertragen und danach Loch bohren - Bei M6 Gewindestange mit entsprechendem Bohrer komplett durchbohren und dabei auf die Richtung achten, damit die Scheibe "getroffen" wird.

Dies sind die (ich nenne sie) Einsetzmuttern, die die Gewindestange aufnehmen. und später von oben in die Bohrungen geschoben werden. Dazu muß das OBERE Loch auf ~7.5mm aufgebohrt und angesenkt werden.
Gegenüber Hutmuttern haben diese den Vorteil nach dem Einbau am Überrollbügel nicht überzustehen.

Dann noch zwei Alurohr-Stücke absägen (~2cm), die nach dem Druchstecken der Gewindestäbe als Abstandshalter für das Verspannen dienen

 

Da die in das "Glas" zu übertragenden Spannungen nicht ganz unerheblich sind, ist es wichtig möglichst große Unterlegscheiben zu verwenden und diese noch zu polstern. Also einfach mit Sekundenkleber Moosgummi aufkleben und ausschneiden
Warum man sich beim Bohren der Scheibe EXTREM viel Zeit lassen sollte seht ihr hier bei meinem Testmuster.
Die Scheibe ist nicht etwa unter der Spannung gebrochen, sondern bereits beim Bohren !... ;-((
Also mußte ich auch noch mal meine Materialwahl überprüfen. Plexiglas schien etwas sehr spröde....

Meine fertige Scheibe besteht jetzt aus Makrolon, das ist zähelastischer. Alternativ geht auch Lexan.

So sieht das dann aus, wenn man "erfolgreich" alle Teile zusammenbringt und die Scheibe angezogen - und nicht gebrochen - ist.

Einsteckmutter versenkt im Rohr, Alurohr-Distanzstück gegen "gepolsterte" Unterlegscheibe und rückseitig noch eine Unterlegscheibe mit Mutter.

Wie man sieht - sieht man NICHTS - außer dem Kantenschutz und der ober quer laufenden Aluschiene.
Die Scheibe ist aber da... ;-))

Ok, man sieht auch noch mein aktuelles "Cockpitbauprojekt", aber das ist eine andere Baustelle über die ich demnächst berichten werde..

Die Scheibe wird effektiv nur durch 2 Schrauben in Position gehalten. Durch die Biegespannung stützt sie sich unten gegen den vorderen Rohrhalter und oben gegen den Überollbügel direkt ab.

Durch diese "weiche" Lagerung sollten die immer auftretenden und sonst in die Scheibe eingeleiteten Schub- und Scherspannungen mehr oder veniger verhindert werden.

Ich muß jetzt ausprobieren., ob die Eigenspannung für den Winddruck reicht, sonst wird oben noch mit Gummidämpfern und Verschraubung nachgerüstet.